Kenia Musikprojekt 2008 Sommertour

So wie in den anderen Jahren hatten wir in der ersten Woche ein Probencamp, in diesem Jahr war es in Möllensee. In dieser Woche haben wir uns als Team näher kennen gelernt und das Programm einstudiert: Die Tänzer ihre Tänze, wir Sänger unsere Stimme in den verschiedenen Liedern, die Musiker ihren Part usw. Es war immer wieder ein Highlight, wenn die Sänger das erste Mal mit den Musikern zusammen das Lied durchgeprobt haben, da es sich gleich ganz anders anhörte und uns allen Vorfreude auf die Konzerte gab.

Vor allem in der ersten Woche war es auch wichtig für die Deutschen, die Kenianer kennen zu lernen und für die Kenianer die Deutschen. Es sind nämlich zwei ganz unterschiedliche Kulturen, die aufeinander getroffen sind und nun versuchen mussten, für die nächsten paar Wochen miteinander auszukommen. Auch hatten wir sechs Seminare, wo wir entweder Vorträge über kulturelle Besonderheiten in Deutschland oder über soziale Projekte informiert wurden, wo Leute aus dem Team mitarbeiten.

Wir wuchsen als richtiges Team zusammen und konnten dann unsere Tour starten. Wir fuhren mit einem Reisebus durch Deutschland und hatten viele Konzerte in den unterschiedlichsten Städten und Dörfern. Wir kamen dabei durch 7 Bundesländer, obwohl der Schwerpunkt hier in Brandenburg und Berlin war.

Wir hatten sehr unterschiedliche Konzertbesucher und gaben Konzerte in verschiedenen Kirchen. In Oberriexingen, unserem südlichsten Standpunkt war die wohl kleinste Kirche, die Gedächtniskirche in Berlin war wohl eine der ungewöhnlichsten, eine Schule hatte einen riesigen Theaterraum,… Jeder Ort unterschied sich von einem anderen, und trotzdem war jedes Konzert toll und einmalig. Höhepunkt war das Abschlusskonzert im Fürstenwalder Dom, wo ca. 500 Konzertbesucher waren, was selbst den Kantor von Fürstenwalde total überrascht hat, weil es so viele waren.

Unsere Unterkünfte waren auch immer sehr verschieden, manchmal waren wir in Jugendherbergen untergebracht, manchmal in Gastfamilien, manchmal in Massenlagern. Vor allem die Gastfamilien haben mich persönlich sehr beeindruckt. Meine Gastfamilie hatte sich ins Wohnzimmer umquartiert, sodass 2 Mädchen in ihrem Schlafzimmer schlafen konnten. Wir waren aber auch einige Tage in einem Jugendcamp in der Rhön, wo wir tagsüber auch Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen durchführten und auch Zeit zum Entspannen und Erholen hatten. Sehr eindrücklich war auch die Zeit in Dortmund, wo wir von einer Freikirche in der Innenstadt aufgenommen wurden, die sich sehr intensiv um Drogensüchtige, psychisch Kranke und Ausländerfamilien kümmert. Für diese Leute war die Kirche den ganzen Tag lang der Anlaufpunkt und wir waren mittendrin. Zum Teil war es schockierend, wie kaputt diese Leute waren, andererseits aber auch mit wie viel Einsatz sich die wenigen Freiwilligen gekümmert haben. Auch für die Kenianer war es wichtig zu sehen, dass es auch in Deutschland nicht nur Wohlstand gibt.

Obwohl die vielen Konzerte mit dem jeweiligen Auf- und Abbauen der Technik und den Proben und Konzerten recht anstrengend waren, hatten wir doch auch immer wieder viel Spaß miteinander und es entstanden gute Gespräche und Freundschaften. Auch nutzten wir die Gelegenheiten, um auch immer wieder einige interessante Sehenswürdigkeiten zu sehen, wie z.B. den Kölner Dom, die Altstadt von Dinkelsbühl, das Meininger Theater und Schloss oder die Eisbahn und Sprungschanze von Oberhof, wo wir eine Führung mit einem Olympiasieger hatten. In der letzten Woche waren wir in Fürstenwalde in Gastfamilien untergebracht und hatten Konzerte in Frankfurt/Oder, Berlin und Fürstenwalde. Das Konzert in der Gedächtniskirche war schon etwas besonderes, weil die Kirche so bekannt ist und viele Leute auch aus lauter Neugierde hereinkamen und zuhörten. Dieses Konzert und auch das in Fürstenwalde wurden auch von zwei Filmteams aufgenommen und in einigen Regional-TVs und christlichen Fernsehsendern ausgestrahlt.

Nach Abschluss des offiziellen Kenia Musik Projekts waren die Kenianer noch 6 Tage in Grünheide untergebracht, machten noch einige Ausflüge und für alle irgendwie Beteiligten gab es ein großes Abschlussfest im Grünheider Pfarrgarten.

So ein Projekt ist wirklich sehr beeindruckend für jeden Beteiligten und wir danken allen Unterstützern und Sponsoren, durch die das Projekt erst möglich wurde, von ganzem Herzen.

Im Namen des Kenia Musik Projekt Teams
Rebekka Roersch

 

 

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